Beleuchtung im Bad planen: Spiegel und Leitungen richtig vorbereiten
Die Beleuchtung im Bad ist mehr als nur eine Frage der Helligkeit. Gerade am Spiegel entscheidet die Position der Leuchten darüber, ob man sich morgens beim Rasieren oder Schminken selbst im Weg steht. Wer neu baut oder saniert, sollte die Lichtplanung deshalb frühzeitig angehen – am besten, bevor die Fliesen an der Wand kleben. Denn wer später nachbessern will, muss oft stemmen, neu verputzen und streichen. Ein häufiger Fehler: Eine einzelne Deckenleuchte über dem Waschbecken. Sie wirft Schatten auf das Gesicht und blendet beim Blick nach oben. Besser sind zwei Wand- oder Spiegelleuchten seitlich auf Augenhöhe, etwa 1,60 bis 1,80 Meter über dem Boden. Sie sorgen für gleichmäßiges Licht von beiden Seiten und vermeiden harte Schatten unter den Augen.
Die richtige Position hängt von der Größe des Spiegels ab. Ein schmaler Spiegelschrank braucht andere Leuchten als eine große Spiegelfläche. Grundsätzlich gilt: Licht von vorne oder von der Seite ist besser als von oben. Wer einen Spiegelschrank im Bad nachrüsten möchte, sollte prüfen, ob das Modell bereits eine integrierte Beleuchtung hat oder ob zusätzliche Leuchten nötig sind. Integrierte LEDs sparen Platz und Kabel, lassen sich aber oft nicht nachträglich in der Position verändern. Separate Leuchten bieten mehr Flexibilität, benötigen jedoch eigene Stromanschlüsse. Planen Sie die Anschlüsse so, dass sie später nicht sichtbar sind – am besten hinter dem Spiegel oder in der Wand.
Die Stromleitungen müssen vor dem Verfliesen liegen. Für Wand- oder Spiegelleuchten reicht in der Regel ein Kabel mit drei Adern (Phase, Neutralleiter, Schutzleiter), das aus der Wand kommt. Setzen Sie die Dosen auf Höhe der späteren Leuchten, aber nicht direkt hinter dem Spiegel, sonst wird der Anschluss verdeckt. Denken Sie auch an einen Schalter oder Dimmer, der nicht im Weg ist – idealerweise außerhalb des Spiegels, aber in Reichweite. Wer unsicher ist, sollte einen Elektriker hinzuziehen. Denn Arbeiten an der Elektrik im Bad unterliegen strengen Vorschriften, besonders in Schutzbereichen nahe Wasser. Ein Fehler kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden.
Neben der Hauptbeleuchtung lohnt sich indirektes Licht. Eine Lichtleiste hinter dem Spiegel oder unter dem Waschbecken sorgt für eine angenehme Atmosphäre und dient als Orientierungslicht in der Nacht. Achten Sie auf eine warmweiße Farbtemperatur (etwa 2700 bis 3000 Kelvin) im Wohnbereich und eine neutralweiße (4000 Kelvin) am Spiegel, damit Farben natürlich wirken. Wer all das von Anfang an mitplant, spart sich später Ärger und teure Umbauten. Die Beleuchtung im Bad ist kein Detail – sie bestimmt, wie funktional und einladend der Raum wirkt.