Kerzenwachs selber mischen: Das richtige Verhältnis für sauberes
Kerzen aus eigener Herstellung brennen nur dann sauber ab, wenn das Wachsgemisch stimmt. Reines Paraffin rußt leicht, reines Bienenwachs ist teuer und schmilzt langsam, reines Stearin wird schnell spröde. Die Mischung entscheidet über Flammenbild, Rußentwicklung und Standzeit. Wer regelmäßig gießt, kommt um ein paar Grundregeln nicht herum.
Für ein zuverlässiges Ergebnis hat sich ein Verhältnis von etwa 60 Prozent Paraffin, 25 Prozent Stearin und 15 Prozent Bienenwachs bewährt. Paraffin sorgt für eine kräftige, gleichmäßige Flamme und gute Farbaufnahme. Stearin erhöht den Schmelzpunkt, macht die Kerze härter und reduziert die Rußbildung. Bienenwachs verbessert den Geruch und verleiht der Oberfläche einen matten Glanz. Diese Aufteilung gilt für Stabkerzen mit einem Durchmesser bis etwa fünf Zentimeter. Bei dickeren Kerzen erhöht man den Stearinanteil auf bis zu 30 Prozent, sonst sackt die Mitte beim Abbrennen ein. Wer beobachtet, wie sich eine Blume am Docht bildet, erkennt schnell, ob das Verhältnis passt: Ein glühender Pilzkopf deutet auf zu viel Paraffin oder zu wenig Stearin hin.
Die Verarbeitung beginnt bei 70 bis 80 Grad Celsius. Paraffin und Stearin zuerst schmelzen, Bienenwachs erst kurz vor dem Gießen zugeben, weil es bei zu großer Hitze seine Duftstoffe verliert. Dochte aus Baumwolle sollten vor dem Gießen in flüssiges Wachs getaucht und gerade ausgerichtet werden. Nach dem Erkalten zieht sich das Wachs zusammen, deshalb ist ein Nachgießen nach etwa zwei Stunden ratsam. Kerzen brauchen anschließend mindestens 24 Stunden Ruhe, bevor sie das erste Mal angezündet werden.
Ein sauberes Abbrennen hängt auch vom Docht ab. Zu dünne Dochte lassen die Wachspfütze nicht groß genug werden, zu dicke erzeugen Ruß und eine zu hohe Flamme. Für eine Kerze mit sechs Zentimetern Durchmesser reicht meist ein Docht der Stärke N4. Wer mit Farben arbeitet, dosiert sparsam, denn Pigmente können die Brenneigenschaften verändern. Ein Testbrand von 30 Minuten zeigt, ob das Gemisch stimmt. Brennt die Kerze gleichmäßig, ohne zu rußen und ohne Randbildung, war die Mischung richtig gewählt.