Sommerblüher richtig zurückschneiden: Sommerflieder und Hibiskus
Sommerflieder und Hibiskus gehören zu den zuverlässigsten Blütensträuchern im Garten, doch viele Hobbygärtner zögern beim Rückschnitt. Der Grund ist meist die Angst, Knospen zu entfernen und die Blüte im selben Jahr zu verhindern. Bei beiden Gehölzen ist diese Sorge unbegründet, wenn der Schnitt zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Sommerflieder, botanisch Buddleja davidii, blüht am einjährigen Holz. Das bedeutet: Alle Triebe, die im Frühjahr neu austreiben, bilden im Sommer die charakteristischen Rispen aus. Wer im Herbst oder Winter radikal zurückschneidet, nimmt der Pflanze zwar nicht die Blüte, aber sie verliert ihre natürliche Form und wird durch Frostschäden an den Schnittstellen geschwächt. Der optimale Zeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, etwa Ende Februar bis Anfang März, wenn die stärksten Fröste vorbei sind und die Knospen gerade zu schwellen beginnen.
Beim Sommerflieder empfiehlt sich ein kräftiger Rückschnitt auf etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden. Ältere Exemplare vertragen sogar einen Schnitt bis auf 20 Zentimeter, solange man einige kräftige Jungtriebe stehen lässt. Der Strauch treibt zuverlässig aus dem alten Holz neu aus und bildet bis zum Sommer üppige Blütenrispen. Wichtig ist ein sauberer Schnitt mit scharfem Werkzeug, damit die Wunden schnell verheilen. Ganz ähnlich verhält es sich beim Hibiskus, insbesondere beim Strauch-Eibisch Hibiscus syriacus. Auch er blüht am einjährigen Holz und sollte im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Ein zu später Schnitt im Mai oder Juni entfernt bereits gebildete Knospen und verzögert die Blüte. Wer den Hibiskus dagegen regelmäßig auslichtet und die Triebe um etwa ein Drittel einkürzt, fördert kräftige Neutriebe und eine reiche Blüte von Juli bis September.
Ein häufiger Fehler ist der Schnitt im Herbst. Zwar sehen viele Sträucher nach dem Laubfall unordentlich aus, doch ein Rückschnitt vor dem Winter regt die Pflanzen zu einem späten Austrieb an, der dann vom Frost erfroren wird. Besser ist es, den Rückschnitt bis zum Frühjahr aufzuschieben und im Herbst nur kranke oder beschädigte Triebe zu entfernen. Wer zusätzlich frühblühende Sträucher im Garten hat, sollte deren Schnittzeitpunkt nicht verwechseln. So ist es ratsam, die Forsythie direkt nach der Blüte zu schneiden, während Sommerflieder und Hibiskus erst im Frühjahr an die Reihe kommen. Diese Unterscheidung zwischen Frühjahrs- und Sommerblühern ist der Schlüssel zu einem Garten, der über die gesamte Saison hinweg blüht und gesund bleibt.
Nach dem Rückschnitt sollten Sie die Pflanzen mit einer dünnen Schicht Kompost versorgen und bei längerer Trockenheit wässern. Sommerflieder und Hibiskus danken es mit kräftigem Wuchs und einer langen Blütezeit. Wer die Schnittregeln einmal verinnerlicht hat, wird feststellen, dass beide Gehölze zu den pflegeleichtesten Sommerblühern gehören – vorausgesetzt, man greift zur richtigen Zeit zur Schere.