Kerzen selbst gießen: Reste verwerten und Formen richtig ausrichten
Alte Kerzenreste landen viel zu oft im Müll, dabei lassen sie sich mit wenig Aufwand zu neuen Kerzen verarbeiten. Entscheidend ist die Sortierung nach Wachsart: Paraffin, Stearin und Bienenwachs schmelzen bei unterschiedlichen Temperaturen und verhalten sich beim Abbrennen anders. Wer Reste mischt, sollte wissen, dass Bienenwachs einen höheren Schmelzpunkt hat und die Mischung schneller rußt, wenn der Docht zu dünn gewählt wird. Für den Anfang reicht ein sauberes Trennverfahren nach Farbton, denn eingefärbtes Wachs lässt sich nur schwer wieder aufhellen.
Das Schmelzen selbst gehört in ein Wasserbad, nicht in einen Topf auf direkter Flamme. Wachs entzündet sich bei Überhitzung, und ein Deckel in Reichweite ist keine übertriebene Vorsicht. Die Temperatur sollte 80 Grad nicht überschreiten, sonst verflüchtigen sich Duftstoffe und das Wachs vergilbt. Beim Eingießen in die Form bleibt ein Rest zum Nachfüllen übrig, weil das Wachs beim Abkühlen in der Mitte einsinkt. Wer unsaubere Kanten vermeiden will, gießt in zwei Schritten und sticht nach dem ersten Durchgang mit einem Zahnstocher Luftblasen an der Wand auf. Wenn eine Kerze bereits fertig ist und sich verbogen hat, hilft ein Blick auf die Anleitung zum Begradigen, etwa bei zahnarztpraxis-jolantalange.de, wo der Umgang mit lauwarmem Wasser und geduldigem Rollen beschrieben wird.
Die Form selbst ist der häufigste Fehlerfaktor. Silikonformen brauchen keine Trennmittel, Metallformen dagegen schon, sonst reißt die Oberfläche beim Entformen. Der Docht muss lotrecht sitzen, sonst brennt die Kerze einseitig ab und der Wachssee läuft über den Rand. Ein simpler Trick: den Docht durch ein kleines Loch im Boden der Form fädeln, mit einem Holzstab fixieren und erst nach dem vollständigen Erstarren kürzen. Wer den Docht zu früh abschneidet, verliert die Spannung und die Kerze wird schief. Bei mehrteiligen Formen gehören die Verschlüsse fest angezogen, aber nicht überdreht, weil das Material bei Wärme arbeitet.
Nach dem Erstarren braucht die Kerze mindestens 24 Stunden Ruhe, bevor sie bewegt wird. Größere Exemplare sollten eine Woche stehen, weil das Wachs im Kern noch nachzieht. Reste, die beim Gießen danebenlaufen, lassen sich nach dem Abkühlen einfach abheben und erneut einschmelzen. So entsteht aus einer Handvoll Stummel eine neue Kerze, ohne dass Material verloren geht, und die Form bleibt für den nächsten Durchgang sauber.